"Unsere gemeinsame Mission für die kommenden fünf Jahre ist klar: Wir werden uns auf allen politischen Ebenen dafür einsetzen, dass wir verlorengegangene Wettbewerbsfähigkeit
wiedergewinnen": Mit einem eindringlichen Appell für tiefgreifende politische Reformen hat der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar, Manfred Schnabel, den IHK-Jahresschlussempfang 2025 eröffnet. Er zog eine nüchterne Bilanz der wirtschaftlichen Lage Deutschlands und präsentierte zugleich eine Vision für die Zukunft des Landes und des Standorts. Die vielbeschworene Wirtschaftswende sei nicht geschafft, stellte der IHK-Präsident vor rund 700 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Hochschulen, Verwaltung, Gerichtsbarkeit und Gesellschaft fest. Er verwies auf zentrale Kennzahlen: ein sinkendes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, schwache Exporte, geringe Auslastung in vielen Branchen, ausufernde Staatsausgaben und ein Potenzialwachstum nahe Null.
Auch der internationale Vergleich falle ernüchternd aus. Wachstumsschübe in den USA und China zeigten, wie sehr Europa und vor allem Deutschland ins Hintertreffen geraten sei. Viele Industriebetriebe dächten laut einer BDI-Umfrage über die Verlagerung von Produktion ins Ausland nach. Trotzdem betonte der Präsident die noch vorhandenen Stärken des Standorts, vor allem eine forschungsstarke Unternehmenslandschaft, Hidden Champions, die duale Ausbildung und die nach wie vor hohe Kreditwürdigkeit des Staates.
Fünf strukturelle Problemfelder: Der IHK-Präsident identifizierte fünf zentrale Belastungen für den Standort:

